wendepunkt Newsletter Oktober 2011
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Inhalt

Was war im wendepunkt:

  • Der wendepunkt und die Freiwilligkeit
  • Jugendliche lernen Gewalt erkennen
  • Equal Pay Day
  • Frauen-Netzwerk fordert gleiche Chancen

Was ist:

  • Der wendepunkt sensibilisiert Schülerinnen und Schüler – und die Fachstelle bewirbt uns
  • Wer hüpft denn da im Frauenhaus?
  • Frauenhaus und Psychotherapie hart an der Auslastungsgrenze

Was kommt:

  • 16 Tage gegen Gewalt – und fünf tolle Projekte des wendepunkt

Was war im wendepunkt:

Der wendepunkt und die Freiwilligkeit

Ausgehend vom Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt Bernhard Müller wurde unserem Verein im Rahmen einer Festveranstaltung am 20. September 2011 eine besondere Ehre zuteil. Unsere Mitarbeiterin Mag.a Claudia Prudic konnte eine Urkunde des Landes Niederösterreich entgegen nehmen, mit der sich LH Dr. Erwin Pröll im Zuge der Aktion "Land der Freiwilligen" (http://www.landderfreiwilligen.at/) für unsere Leistungen bedankte. Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung.

Jugendliche lernen Gewalt erkennen

Am 28. September 2011 hielt unsere erfahrene Frauenhausmitarbeiterin Mag.a (FH) Eva Huber auf Anfrage der Landesberufsschule (LBS) Wiener Neustadt kurzfristig und spontan einen Vortrag zum Thema "Gewalt in der Familie, Zwangsverheiratung und -verlobung". Zwei Klassen mit Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 15 und 18 Jahren erhielten während einer Schulstunde die wesentlichen Informationen rund um diese unangenehmen, aber wichtigen Themen des familiären Zusammenlebens. Die präventive Arbeit gerade auch unter Jugendlichen ist uns ein besonderes Anliegen, weil sie einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung von Gewalt im sozialen Nahraum leisten kann.

Equal Pay Day

Am 4.10. besuchten MSc Margarete Sitz (Vorsitzende der SPÖ-Stadtfrauen), STRin Mag.a Isabella Siedl und DSAin Claudia Auer-Deutsch den wendepunkt zum Equal Pay Day. Neben einem gedanklichen Austausch zum Thema kam es zu einem Fototermin und der Überreichung eines Folders des Städtebunds mit dem Slogan Qualifikation statt Krawatte.

Frauen-Netzwerk fordert gleiche Chancen

Text von Judith Goritschnig, Freitag, 14. Oktober 2011 (http://www.dolomitenstadt.at/2011/10/14/frauen-netzwerk-fordert-chancengleichheit/)

"Österreichische Frauen- und Mädchenberaterinnen tagten in Lienz.

Insgesamt 30 Vertreterinnen von Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus ganz Österreich fanden sich in Lienz zur diesjährigen Netzwerktagung ein.
Die insgesamt 30 Teilnehmerinnen des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus allen Bundesländern diskutierten am 13. und 14. Oktober in Lienz unter anderem das Problem der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Frauen verdienen in Österreich rund ein Viertel weniger als Männer. Laut Gender Gap Report 2010 belegt Österreich somit weltweit den 92. Platz hinter Bolivien, Ecuador oder Sri Lanka.

Osttirol weist noch größeren Nachholbedarf auf: verdienen Frauen in Österreich im Schnitt 30.110 Euro pro Jahr auf Basis einer Vollzeitbeschäftigung, so sind es in Osttirol lediglich 27.282 Euro. Der Bezirk ist trauriges Schlusslicht in Tirol. "Frauen verhandeln häufig nicht genug und wissen oft nicht, ob und wo sie nachfragen können, wenn sie sich einkommenstechnisch benachteiligt fühlen. Wenn sie mit Problemen wie Gewalt in der Partnerschaft oder Trennung und Scheidung belastet sind, kommen hier auch Existenzängste auf. Ohne finanzielle Absicherung fällt es vielen Frauen sehr schwer auszusteigen," berichtet Barbara Brandstätter vom Frauenzentrum Osttirol. "Es ist erschütternd, dass die Gehaltsschere in den letzten Jahren nicht kleiner, sondern größer geworden ist," konstatieren die Frauenberaterinnen.

Das Frauenzentrum Osttirol, das heuer am 8. November sein 25-Jahr-Jubiläum feiert, führte allein im vergangenen Jahr über 2000 Beratungen durch – Tendenz steigend. Als Mitglied im Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen ist man sich auch hier einig, dass in Hinblick auf die bedenklichen Einkommensunterschiede auch eine politische Stimme erhoben werden soll: "Wir brauchen dringend Maßnahmen, die Frauen und Mädchen stärken und ihre eigenständige Existenz absichern. Materielle Unabhängigkeit ist auch eine wichtige Voraussetzung, damit sich Frauen im Falle von Gewalt aus einer Beziehung lösen können." so die Frauenberaterinnen der Tagung.

Das Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen wurde 1995 gegründet und ist ein Zusammenschluss von insgesamt 57 Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus ganz Österreich, die kostenlos professionelle Beratung für Frauen und Mädchen in schwierigen Lebenslagen bieten. Mehr als 70.000 Frauen und Mädchen suchen jährlich diese Beratungsstellen auf – ihre häufigsten Anliegen beziehen sich auf Themen wie Trennung, Scheidung, Gewalt und Erwerbsarbeit. Meistens hängen damit brennende Fragen der Existenzsicherung zusammen. Das Netzwerk arbeitet mit Ministerien, Ländern, Gemeinden, Arbeitsmarktservice (AMS), Sozialpartnern und sozialen Einrichtungen zusammen, um die Situation von Frauen zu verbessern und ihre Gleichstellung zu fördern."

Der wendepunkt schließt sich diesen Forderungen voll inhaltlich an.
Mit dem Gehaltsrechner – eine Initiative der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek finden Frauen in wenigen Minuten heraus, ob Ihre Entlohnung fair ist: www.gehaltsrechner.gv.at.

Was ist:

Der wendepunkt sensibilisiert Schülerinnen und Schüler – und die Fachstelle bewirbt uns

Seit einigen Jahren veranstaltet der wendepunkt unter dem Titel "Halt der Gewalt" Gewaltpräventionsworkshops für Mädchen und junge Frauen an Schulen (http://www.wendepunkt.or.at/bildung_start.htm) – ein Angebot, das von den Lehrerinnen und Lehrern immer wieder gerne angenommen wird. Neu ist, dass die Fachstelle für Gewaltprävention (Niederösterreich) unsere Workshops nun auch auf ihrer Homepage (http://www.gewaltpraevention-noe.at/startseite.html) bewirbt, ebenso wie in ihrer Informationszeitschrift "Angebote zur Gewaltprävention in Niederösterreich". Vielen Dank für dieses Service und die gute Zusammenarbeit!

Wer hüpft denn da im Frauenhaus?

Das wendepunkt-Frauenhaus verfügt unter anderem über einen eigenen Garten, in dem sich die Kinder austoben können. Anfang des Sommers kam von den Bewohnerinnen der Wunsch nach einem Trampolin, da die Kinder immer wieder danach gefragt hätten. Wenig später stand es auch schon da: auf einem freien Platz in der Wiese lädt es nun alle Energiebündel dazu ein, nach Herzenslust herumzuspringen und sich so richtig abzureagieren.

Frauenhaus und Psychotherapie hart an der Auslastungsgrenze

Die Auslastung eines Frauenhauses unterliegt immer wieder Schwankungen, die auch von Expertinnen und Experten nur schwer oder gar nicht erklärbar sind. Gegen Ende des Sommers erlebte des wendepunkt-Frauenhaus wieder einmal besonders intensive Zeit: während der Monate August und September mussten insgesamt zwölf Frauen mit ihren zehn Kindern abgewiesen werden, da unser Haus nahezu durchgehend bis auf den letzten Platz voll ist. Die Situation betraf das gesamte Bundesland, in ganz Niederösterreich gab es im September zeitweise keinen einzigen freien Frauenhausplatz.
Auch die wendepunkt-Psychotherapie kann sich vor Anfragen kaum retten. Trotz vollsten Einsatzes unserer Therapeutinnen beträgt die Wartezeit auf ein Erstgespräch derzeit einen ganzen Monat. Jede Woche erhalten wir rund drei Psychotherapieanfragen – auch in diesem Bereich haben wir also mehr als eine volle Auslastung. Das zeigt, dass die Angebote des wendepunkt nach wie vor dringend notwendig sind und rundum angenommen werden.

Was kommt:

16 Tage gegen Gewalt – und fünf tolle Projekte des wendepunkt

Wie jedes Jahr finden auch heuer wieder zwischen 25. November und 10. Dezember die internationalen Tage gegen Gewalt statt. Der wendepunkt ist in diesem Jahr besonders aktiv und nimmt mit nicht weniger als fünf Projekten an der Aktion teil:

  • Fahnenübergabe
    Am 25. November starten wir – so wie jedes Jahr – bereits vormittags mit der traditionellen Fahnenübergabe an Bürgermeister Bernhard Müller auf dem Wiener Neustädter Hauptplatz (freier Eintritt).
  • Podiumsdiskussion
    Am Abend des 25. November wird es dann spannend: in Zusammenarbeit mit dem Gewaltschutzzentrum Niederösterreich präsentiert die Frauenberatungsstelle wendepunkt eine Studie von Dr.in Birgitt Haller im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Stillhalten und unterordnen aus Angst ums Leben – Partnergewalt gegen ältere Frauen". Unsere erfahrene Mitarbeiterin Dr.in Melanie Zeller wird als Diskutantin am Podium teilnehmen, ein Infostand des Vereins wendepunkt rundet die Veranstaltung ab.
    Ort: Stadtmuseum Wr. Neustadt, Petersgasse 2a
    Zeit: 18:30 Uhr (freier Eintritt)
  • Infomail-Kampagne
    Während des gesamten Aktionszeitraums von 25. November bis 10. Dezember 2011 bietet der wendepunkt ein besonderes Service: unter dem Titel "Schlag auf Schlag: 16 gewaltige Infos" liefern wir allen Interessierten per E-Mail jeden Tag aufrüttelnde Kurzinformationen rund um das Thema Gewalt im sozialen Nahraum. Wer sich für die Infomail-Kampagne anmelden möchte, ist herzlich dazu eingeladen: schicken Sie einfach eine E-Mail mit Betreff "Anmeldung: Schlag auf Schlag" an office@wendepunkt.or.at und Sie sind dabei!
  • Ringvorlesung
    Am 29. November zeigen wir uns von unserer akademischen Seite: das Team des wendepunkt-Frauenhauses gestaltet unter dem Titel "Alltag im Frauenhaus" einen Abend der interdisziplinären Ringvorlesung "Eine von fünf. Gewalt und Gesundheit in sozialen Nahraum" (http://www.aoef.at/). Diese Ringvorlesung wird seit mehreren Jahren von den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern (AÖF) organisiert und an unterschiedlichen Universitätsinstituten in Wien abgehalten, heuer an der Medizinischen Fakultät.
    Ort: Hörsaal des Departments für Gerichtsmedizin, Sensengasse 2, 1090 Wien
    Zeit: 17:30 bis 19 Uhr
  • Weiterbildungsveranstaltung
    Schließlich bietet der Bildungsbereich des Vereins wendepunkt am 30. November und 7. Dezember eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema "Häusliche Gewalt erkennen – benennen – informieren und verändern" an. Mag.a (FH) Eva Huber und Dr.in Melanie Zeller wenden sich an Beraterinnen und Berater aus dem psychosozialen Feld, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und ähnliche Berufsgruppen, um sie für unterschiedliche Gewaltformen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Gewalt ermöglichen, zu sensibilisieren. Gesetzliche Rahmenbedingungen und die Struktur eines Frauenhauses bilden weitere Inhalte des Seminars.
    Ort: Wr. Neustadt, Ferdinand-Porsche-Ring 14
    Zeit: jeweils 10 bis 17 Uhr
    Kosten: 150 Euro für beide Module
    Für vom BMWFJ anerkannte Familienberaterinnen und Familienberater: 30 Euro
    Kontakt und Anmeldung: office@wendepunkt.or.at oder 02622/825 96

Ihre Spende unterstützt Frauen und Kinder in Not - und ist steuerlich absetzbar.
Kontonummer 3715, Wr. Neustädter Sparkasse (Bankleitzahl 20267)

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Verein wendepunkt – Frauen für Frauen und Kinder
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Telefon: 02622/825 96
ZVR-Nr. 83 99 12 584
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